DLTLLY+DUDL Co_Event #3 – Panke

Am vergangenen Samstag fand bereits zum dritten Mal das DUDL Co-Event von DLTLLY in der altehrwürdigen Panke statt. Und bereits vor Beginn des Events versammelten sich so einige Heads um die Lunten zu entzünden und Flaschenhälse zu köpfen, sowie über die bisherigen Ansetzungen für das nahende B-Day-Event der Mutterliga zu diskutieren.

Bei diesem CoEvent traf man auch einige prominente Gesichter wie Tierstar, Johnny Rakete oder später auch Antifuchs an. Das Event startete mit etwas Verzögerung, da man noch auf wenige Künstler warten musste, doch zu Erstaunen manchen Kenners der Plattform fanden tatsächlich alle Begegnungen statt. Man vernahm zuvor auch den ein oder anderen mehr oder minder ernst gemeinten Unkenruf, dass überdurchschnittlich viele Matches angesetzt wurden, um Ausfällen präventiv entgegen zu wirken, doch letzten Endes hieß es – Panke – Match-Up full!

Vorab wurde festgelegt sämtliche Matches per Handzeichen zu judgen, wie man es auch von den Großveranstaltungen von DLTLLY kennt, ohne übertriebenes Postleitzahl-, ich heiße xxx und ihr habt gerade xxx – gesehen – Gelaber, da man sich auch hier vorgenommen hatte gelungene Begegnungen auf dem Mutter-Kanal online zu stellen.

Block I. Newcomer ohne Newcomer zu sein

Der erste Block wartete mit zweien Begegnungen auf, welche zumindest im Acapella-Bereich unbeschriebene Blätter auswies, welche jedoch schnell ihre eigenen Geschichten schrieben. Die ehrenvolle Aufgabe das Event zu eröffnen übernahmen Mc Rabiat aus Trebbin und Private Max aus Berlin. Der Matchausgang erwies sich letzten Endes als eindeutig, doch glänzten beide mit einer nahezu fehlerfreien Performance und amüsanten Punchlines und überraschten somit einige der Zuschauer, welche sich nicht auf einen solchen Auftakt eingestellt hatten. Die inhaltliche Bandbreite erstreckte sich von einschmeichelnden Kose-Einheiten für Chiefs Gemächt mit Battle-Slot als Gegenleistung, sowie bis dato unerfüllte Autogrammwünschen gegenüber Pierre Vogel und Deso Dogg. Auch ein Geschlechtskrankheiten-Scheme, sowie Gesangseinlage ebneten einen vielversprechenden Einstieg.

In der zweiten Begegnung standen sich Eddi Tude aus Berlin und der extra aus NRW angereiste Craze entgegen und lieferten sich ein sehr enges Match, in dessen Zuge sich neuartige Schemes in die Battle-Rap-Historie einfügten. Erwähnt sei hier das Simulator-Scheme, aber auch das Einleiten der Runden per Disclaimer stellte ein erfrischendes neues Element dar. Nebenbei wurde unter anderem der Vorwurf einer VBT-Vita aufgeführt, sowie Seitensprünge der Mutter mit einem Weasley-Familienmitglied oder auch das von einem Priester in die Friendzone gesetzt werden. Beide überzeugten auch mit Delivery und Performance und einige Lachern generierende
Punchlines. Würdiger Abschluss eines überraschend runden und unterhaltsamen ersten Blocks. Propz an alle Rapper – so konnte es weitergehen!

Block II. Wiederholungstäter & Vorgezogenes Main-Match

Den zweiten Block durften Tecey aus Kreefeld und Kid Soldier aus Hamburg eröffnen. Ein Match auf welchem viele Hoffnungen ruhten, da vielversprechende Newcomer sich gegenüberstanden und die Crowd wurde wahrlich nicht enttäuscht. Starke Rebuttals, über mehrere Stationen, gute Technik. Deep gegen Punchlines, die Palette war breit gefächert und sehr unterhaltsam. Natürlich wurden dem Chief auch wieder zu seinem Eigennutzen vollzogene Dienstleistungen unterstellt, ein Angle, der sich anscheinend 2018 noch nicht abgenutzt hat, aber nichtdestotrotz wurden noch schöne Zeilen für den Highlight-Trailer und potenzielle Best-Ofs-gedropped. Das Ergebnis viel einstimmig aus, da einer der beiden Contender richtig stark ablieferte, was aber nicht die Leistung des anderen schmälert. Definitiv angucken!

Im vierten Battle des Events wurde das Main-Match zwischen A-Ron aus Nagold und dem Lokalpatrioten und DUDL-Dauerbrenner Shizu vorgezogen. Shizu zeigte in seinen letzten zwei Battles eine deutliche Leistungssteigerung und Weiterentwicklung und A-Ron überzeugte in seinen ersten beiden Matches mit einem guten Stift, zeigte aber auch kleinere Unsicherheiten in Form von Chokes. Dieses Battle kann man retrospektiv als Clash-of-Styles bezeichnen, da Shizu sehr punchline-lastig geschrieben hatte und einige Crowd-Reactions hervorrufen konnte, währenddessen A-Ron den Versuch unternahm seinen Gegner analytisch zu sezieren. Der Gegnerbezug war beidseitig gut zu erkennen und noch besser umgesetzt und auch Shizus Rebuttals wussten zu gefallen. Für das Spiel des Jahres 2018 „Pengame“ gibt es anscheinend ein Lösungsbuch und Prime-Time schreibt offenbar Reime für andere Rapper, dies zu den mitunter schockierenden Erkenntnissen des Battles. Das Voting für das Match fiel knapp aus und hätte für beide Seiten je nach persönlichem Gusto gewertet werden können. Definitiv ein würdiges Main-Match.

Block III. Choke, Produkt-Platzierung & Dope Leistungen

Den dritten Block eröffneten unter dem Segen des Jesus-Stunt-Double und Guest-Host Johnny Rakete die beiden in ihren Debüts richtig gut abliefernden Zeuge aus Bremen und Pretty Shiggy Jiggy aus Mannheim. Beide zeigten auch hier wieder ihre feinen technischen Skills und stabilen Flows. Zeuge reichte einen plausiblen Erklärungsansatz für den Double-Time-Einsatz seines letzten Kontrahenten nach und Pretty Shiggy Jiggy könnte wohl für einen Preis der Medizin ausgezeichnet werden, da er das Spektrum möglich existierender Krankheiten auf beeindruckende Art erweiterte. Weite Offenlegungen gaben Kund, das nicht nur Primetime als szeneinterner Ghostwriter fungiert, sondern auch Dizzepticon. Zudem gelang es einem der beiden
Contender eine neue Flektionsform des Verbes „denken“ zu kreieren. Unterhaltsames Match, welches vor allem technik-affine Zuschauer ansprechen wird.

Das zweite Match von Block III., welches wieder von Chief gehostet wurde, bestritten DXXDSTXCK aus Dortmund und dem ersten Rapper, der tatsächlich aus Paderborn stammt, Bruder Tuck. Diese Begegnung glich einer wahren Achterbahnfahrt, da einer der beiden Künstler durch fette Punchlines und Davie-Jonesken Auftreten für einige Highlights sorgte, der andere einerseits mit dem ersten richtigen Choke des Abends auffiel, aber diesen auch auf sehr nice Art und Weise auszubaden wusste und der Crowd den einen oder anderen Lacher bescheren konnte. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis alle angesagten Bekleidungsunternehmen, gerade aus dem Sektor „Sneaker“ mit DXXDSTXCKs Gesicht werben wollen, aber der Junge hat sich mit dem Battle definitiv einen Namen gemacht. Also liebe Unternehmen, abgesehen von Snipes, schlagt zu! Wer Kaugummis benötigt sollte in Zukunft auf Events Bruda Tuck anquatschen. Die Begegnung fand einen deutlichen Ausgang, der Sieg war hoch verdient, aber auch der Unterlegene braucht sich seiner nicht zu schämen. Sehr unterhaltsames Match, mitunter
begleitet von den stärksten Crowd-Reactions des Abends. Sehenswert!

Block IV. Zahlreiche Wow-Momente zum Abschluss

In der letzten Begegnung des Abends duellierten sich Splopf aus Hannover und Farmer aus Stuttgart. Wobei ersterer sich wohl (mutwillig) wie eindrucksvoll für die inhaltsloseste Runde des Jahres 2018 beworben hat, inklusive Gesangseinlage. Weiterhing gab es die Farmer-Bars
2.0, welche schon in Stuggi gut gezogen haben, sowie Ausflüge in Gefilde des Internets, in dessen Schattenländern auch Bushido wohl bekannt sein dürfte. Vor dem Tribunal des Augenblicks kam es zu einem weiteren Choke, nichtdestotrotz sollte dies nicht den Gesamteindruck des Battles trüben, da es doch einige gute Lines bot. Leider merkte man dem Match auch etwas die fortgeschrittene Uhrzeit an und so mancher Augenring dürfte nicht nur auf Exkursionen nach Azeroth fußen.

Alles in allem ein sehr gelungenes Co-Event, das (vermutlich) für einige neue DLTLLY-Uploads sorgen dürfte. Es ist wirklich erstaunlich wie viele neue, talentierte Rapper nach bald zweijährigem Bestehen noch zu Tage gefördert werden. Für das PPV kann eine eindeutige und nachdrückliche Kaufempfehlung ausgesprochen werden, denn für einen geringen Obulus, zur Fortführung der Plattform, bekommt man einen mehr als angemessen Gegenwert!

Thomas