OLYMP Festival – Kampf der Titanen

Ran ans Werk und direkt angemerkt: Wir lassen hier unseren Eindrücken und Meinungen freien Lauf und berichten über die kürzlich stattgefundene Großveranstaltung von Mastermind Merlin. Dementsprechend sind Spoiler und Ergebnisse vorhanden und wer nicht im Vorfeld wissen möchte, was sich im Detail so alles ereignete, dem sei zu empfehlen, nicht weiterzulesen.

Edit 14.6, 12.00: Es waren Live Eindrücke und nach dem gucken des PPV hat sich das ein oder andere Momentum auch geändert. Daher gibts ein paar Änderungen und weniger harte Spoiler.

 

Im Fokus dieses Berichts stehen zudem ausschließlich die Written Battles.  An der Stelle noch props an sikOgrafi, der stylische Bilder geknippst hat. Hier auf Insta auschecken.

Das Bühnenbild war extrem derbe geschmückt und erinnerte mich von Ihrer Gestaltung an World Domination 5 der kanadischen Liga KOTD. Es war einfach gut gemacht und es hatte Style.

Die Matchcard war prall gefüllt und nach ein paar Verzögerungen gab es mit den Battle Rap Allstars, bestehend aus Lyrilicious, Proton, Team Reiben, Vyrus und Tobi Nice zum Einheizen Musik auf die Ohren. Nach den Performances füllte sich die Halle vollends und es ging an das erste Match, welches genau wie alle weiteren unjudged war.

KATO vs FOURSEVEN – INSTANT CLASSIC

Im Vorfeld war es ein Rätselraten, wer hier mit einer krassere Leistung bringt vorne liegen könnte. Hier darf man sich auch gerne noch mal unseren Podcast anhören. Huge Battle zum Einstieg. Drei Runden, welche von beiden astrein präsentiert wurden. Beide MC’s in ihrem Element. Böse Punchlines von Fourseven, derbes Entertainment von Kato, der seinem Ruf nach starken Rebuttals auch wieder alle Ehre machte (King of Generic). Ich erinnere mich da an die letzte Runde von Fourseven, der von Kato forderte, doch mal seinen Reimstil zu übernehmen und das tat Kato. Unbedingt im PPV ansehen, hier sprachen Fans gar davon, dass er allein mit dem folgenden Konter Fourseven in die Tasche steckte. Was aber auch völlig überzogen ist. So deutlich würde ich das nicht betiteln, aber wie gesagt, nach 3 Runden war man einfach nur begeistert und das Match formte sich direkt zum potentiellen Showstealer des Tages und bist dato schon mal als Leistung des Abends vermerkt.

Es ist eigentlich kühl in der Halle, anstelle draußen (25grad und Sonne!), aber man kam ins Schwitzen. Hot Battle und so. Nach einer kurzen Pause wurden wir dann Zeuge vom Battle mit dem Untertitel “DLTLLY vs  RAM”.

ROBSCURE vs CASHIS CLAY

Das Match zog nicht so große Crowd Reactions wie das Auftakt-Battle, war inhaltlich aber auch nicht darauf ausgerichtet und ist somit gewiss kein Minuspunkt. Im Gegenteil, Cashisclay legte zu meiner Verwunderung eine Schippe zu seiner sonstigen Battleleistung drauf und seine ersten zwei Runden waren, trotz des ein oder anderen Slip Ups, stärker als ich ihn in Erinnerung hatte. So wurde ich durchaus positiv überrascht. Cashis war zudem derjenige, der öfter das Wort an die Crowd richtete, was ihm auch mehr Zuspruch bescherte und reactions. Er sprach von seiner Battle-Karriere und wie es dies bezüglich weiter gehen wird mit Written-Battles, was für eine weitere Überraschung oder auch Empörung sorgte. Sollte ich hier einen Gewinner benennen, ginge das unjudged Battle an Robscure. Der haute nämlich passend zum Abschied Clays drei Runden deep personals raus. Exzellent durchdacht, nice konzipiert und mit starker delivery bestückt, auch wenn man sagen muss, es wäre in Cypherkreis noch mal um einiges geiler!

Anstieg Runde für Runde und ohne zu wissen, ob das hier ein hundertprozentiges Wahrheitsgehalt war; für mich hörte sich das nach real talk über drei Runden an. Freut Euch hier auf einen Angel über Cybermobbing der in meinen Augen, Cashis auch gut wiederspiegelt. So wie Robscure analysierte und die Pointe brachte, die Cashis in die frühzeitige Rente schickte, war typisch Rob und dafür hier noch mal Danke. Ich erinnere mich an ein “Fick mein Leben” von Cashis, der sich damit über seinen eigenen Choke ärgerte. Nun denn, den Gefallen tat ihm Rob.

Zwischenfazit: Zwei Battles, die sehr unterschiedlich und mit so vielen Zeilen bestückt waren, dass ich mich auf ein erneutes Anschauen freue.

Bevor es dann zum Battle zwischen Mr. Respektlos und Davie kam, sorgten die Champs der Szene als Musik Act vorab noch für einen Auftritt. Es war Zeit für die Gebrüder King! Den Auftritt will ich hier auch erwähnen, denn die beiden haben nicht nur Ihre Tracks gespielt und Lyrico gefeatured, sondern auch noch ein Battle gegeneinander(!) inszeniert. Ja, richtig gelesen.
NEDAL NIB vs MIGHTY MO live on stage. Übelst nice. Ob die beiden inzwischen getrennte Wege gehen, bleibt abzuwarten und wer hier den anderen in Tasche steckte, lässt sich nicht sagen. Das war großes Kino. Es gab eine “kurze Pause” und wie angekündigt dann das Battle, auf welches die Community entgegen fieberte.

SSYNIC vs DAVIE JONES – Handicap Match?

Ein Match, welches bei mir gemischte Gefühle hinterlässt. Auf der einen Seite Ssynic, der in traditioneller Afrikanischer Tracht auf der Bühne stand gegen Davie “Motherfucker” Jones, der leider über alle Maße enttäuschte. Ssynic war endlich wieder in Topform und tat das, was er am Besten konnte. Respektloser, markanter Style und einfach das Ssynic-Komplettpaket über 3 Runden. All das, was man sich hier so wünschte, was beide hätten auspacken können kam nur etwas einseitig. Während Ssynic hier zum Beispiel untermauerte, inwiefern er Musik respektierte und was ihn zum besseren Schwarzen machte, entlarvte er Davie Jones immer wieder erneut. Und Davie .. Verdammt, ich habe mir hier eine Leistung wie gegen Vyrus gewünscht oder generell überhaupt irgendwas, aber wenn man, (ohne hier dem Oberschleißheimer das zu unterstellen) nur Freestyles bringt und als Zuschauer nicht einmal den Eindruck bekommt, hier wären unter Vorbereitung Battle Parts entstanden, .. dann ist man einfach enttäuscht und kann sich nicht beantworten, mit welcher Herangehensweise Davie Jones dachte, das Match für sich zu entscheiden. Hand aufs Herz; die dritte Runde von Davie begann outta nowhere stark und sorgte für ordentlich Furore, die dann auch die Crowd zum Ausrasten brachte. Ich freue mich auf das Battle im PPV und hoffe dass  vielleicht noch mehr rauszuhören ist als Live vor Ort.

Überraschung nach Überraschung, soviel ist sicher. Have a break – have a Burger! Für Essen war auch gesorgt, kleine Stärkung draußen, ein paar Stimmen zu den bisherigen Battles eingefangen und weiter mit einem Battle, welches im Vorfeld schwer zu durchleuchten war und mich von der Ansetzung leicht an das einstige Grind Time Battle E Ness vs Iron Solomon erinnerte.

JAW vs FINCH ASOZIAL

Dass der gestandene Musiker JAW (jotta) ein Wortakrobat ist, stellte er hier auch sicher. Seine erste Runde habe ich mit viel Liebe zum Detail in Erinnerung, allerdings auch etwas kurz; am Ende sollte Finch sozial sein, so sein Plan. JAW hat das Fliesenverleger Image von Finch mühevoll seziert und auch sonst waren die Parts geschmückt mit eher untypischen Lines. In dem großen Battle Rap Dschungel, war das schon erfrischend und neu. Die Punchlines ließen Finch eher kalt und hier hat der Berliner meine Erwartungen übertroffen. Kein Wort aus dem Repertoir seines asozialen Images, sondern direkt von 0 auf 100. Finchs Einstieg in die erste Runde, in der er sich anfangs als JAW Fan outete, seinem Idol Respekt zollte, um ihn dann angreift, trafen meiner Meinung nach ins Schwarze. Das waren drei Runden, die viel personality mit sich trugen und Jotta wohl auch noch leicht beschäftigen sollten. Während ich JAWs Leistung durchaus anerkenne, wurde man von Finch zum teil überrascht. Denn es scheint, nach eigener Aussage von Finch, dass er sich aus dem Written-Battle Kosmos verabschiedet – oder sind es doch nur leere Worte und ein Promo Move?

Heftiger Scheiss bis dato! Fettes Battlrap Erlebnis. Für mich war spätestens hier schon klar, dass man beim Olymp von einem Erfolg sprechen kann und dies hoffentlich in die nächste Runde gehen wird. Merlin heizte immer wieder zwischen den Battles an und der Hype zog sich den kompletten Abend durch. Und dann kam es zum letzten Battle, zum

Main Event Time: JI-ZI vs GREGPIPE

Das Match war derbe spannend und auch wenn ich zu denjenigen gehörte, die hier im Vorfeld Gregpipe zum Favorit zählte.. an dem Abend sollte ich eines besseren belehrt werden. JI-ZI war top vorbereitet und hat seine eigene Außenseiterrolle nice thematisiert, sodass er sich hier mit der Legende auf eine Stufe stellen konnte. Während Gregpipe originell die Altersunterschied für sich versuchte zu nutzen, stand JI-ZI ihm hier in nichts nach und ließ ihn wiederum alt aussehen. Hinzu kam seine Attitüde, die er mal wieder glanzvoll unter Beweis stellte. Das war ein sehr derbes Clash of Styles Match und es gäbe hier gewiss keine eindeutige Entscheidung, wär der Sieger gewesen wäre. Das muss ich mir nochmals anschauen. Und Ihr auch! Bald ist es soweit!

KAMPF DER TITANEN PART II

Es muss kommen! So viel steht fest. Das war ein überragendes Festival, mit Überraschungen, cool konzipierten Begegnungen und MC’s in Topform. Dazu eine coole Organisation seitens des Veranstalters und ein Shuttle Bus, der sich nicht zu eitel war, einfach mal nur 3 Leute zum Bahnhof zu fahren. Auch hier Props, Cheers und Salute, gehen auch noch mal raus an @sikOgrafi . Übrigens, ein Bingo gabs bis heute nicht und trotz aller Vermutungen, hat auch niemand sinnlos rein gerufen.

PS: Auf dem Rückweg haben wir alle Anschlusszüge nach HH verpasst und nachts ca. 3 Stunden in Hamm Westfalen auf unseren Zug gewartet. Aber trotz der Strapazen muss ich sagen, .. das war’s wert!

Bis bald, Euer

4RIVERS

OLYMP Festival 2018 from Battlerap-Bundesliga on Vimeo.

Das OLYMP Festival 2018 – fünf Written-Battles und fünf Liveacts an einem Ort!

Die Battles gibt es ab sofort im PPV zum vorher gucken:
Kato vs Fourseven
Robscure vs Cashisclay
Ssynic vs Davie Jones
JAW vs FInch Asozial
Ji-Zi vs Gregpipe

BONUS: Nedal Nib vs Mighty Mo (aus dem Liveprogramm von Gebrüder King)

Viel Spaß beim anschauen!